Im Tod geboren

Zeitweise fühle ich mich dieses Jahr, als befände ich mich auf einem kaum fahrtüchtigen Kahn, der nussschalengleich auf dem sturmgepeitschten Meer umhergeworfen wird. Aus den tief hängenden, schwarzen Wolken ästeln Blitze. Gefolgt von Donnergrollen, das meine kleine Welt zum Zittern bringt. In den Tiefen lauern hungrige Fünf-Tonnen-Ungeheuer. Mastbruch. Und ich an der rostigen Reling, mit ausgebreiteten Armen, brüllend, und mit dem sicheren Gefühl, in diesen Urgewalten zu kentern.

Und es zu genießen!

Den Schmerz! Den Untergang! Die Vorfreude auf die Wiederauferstehung. Denn mit jedem Tod lebt man ein Stückchen mehr. Man fühlt sich intensiver, wenn das Leben wieder so richtig in einem tobt und man selbst zur Urgewalt wird. Und das Meer nur ein Tautropfen ist, auf der unbeugsamen Seele.

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