Sich zu spüren …

Vor Tagen stemmte sich mein innerer Schweinehund noch mit allen vier Pfoten gegen das Joggen. Jeder Schritt war eine Qual. Es dauerte, bis ich zur Maschine mutierte, und von alleine lief.
Doch mittlerweile bin ich wieder im Jogging-Flow. Heute Abend musste ich ein zweites mal raus, weil mich eine innere Unruhe dazu trieb:

Ich genieße jeden Meter, den ich hinter mich bringe. Mit „Land of Confusion“ im Ohr, der Remake-Version von Disturbed, fließe ich in meinen Bewegungen dahin, wie die Ammer, an der ich entlang laufe. Der Himmel ist vom Abend gerötet, bevölkert von zerrissenen Wolkenfetzen. Überbleibsel des Gewitters, das Stunden zuvor über Weilheim hereingebrochen war. Nebelflaum bedeckt das Maisfeld und die Wiesen.
Ich atme frische Luft, das Sein im Jetzt, fühle mich im Moment und kann nicht aufhören, immer weiter dem Horizont entgegen zu joggen.
Ein Rabe landet auf einem Pfahl. Keine Armlänge von mir entfernt. Wir blicken uns an, bevor ich ihn passiere. Er nimmt mich wohl als Stück Natur wahr, nicht als Feind.
Mittlerweile begleiten mich die Töne aus „Ludovico Einaudi – Una Mattina“ und die hereinbrechende Nacht dunkelt die Landschaft. Ich mache mich auf den Heimweg und denke für mich nach meiner Rückkehr: Ein Stück Leben hab ich hinter mich gelassen. Nicht besonders spektakulär. Aber ich hab mich gespürt und das ist etwas, was ich oft genug vernachlässige, aber doch jeden Tag anstreben sollte. Nicht nur beim Joggen.

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