mondgeheimnis

Das Mondgeheimnis
(Dramatischer Liebesroman)

Klappentext:

Alena ist eine bildhübsche Studentin, die sich aufgrund eines traumatischen Kindheitserlebnisses der Liebe und dem Leben verschließt. Sie spinnt als Schutz ein Netz aus Lebenslügen um ihre Seele. Doch als sie den Künstler Ondrej kennenlernt, merkt sie, dass sie mehr vom Leben will.

Doch da ist nicht nur ihre emotionslose Beziehung mit Vlado, sondern auch die Sache mit ihrer Mutter – und das Mondgeheimnis.

Kindle-eBook für 2,99 € <- Klick!

Das Taschenbuch für 9,99 € <- Klick!

 

Leseprobe:

Prolog

Über ihrem Bett hing ein Kruzifix. Die Farbe unter Jesus’ Knien war abgeblättert, so oft hatte Alena es in den Händen gehalten und ihre Stirn im Gebet an diesen Beinen wund gerieben.
Sie zog die Decke bis zum Kinn und starrte in das Mondlichtdunkel. Ihre Hände zitterten, noch immer wirkte der Albtraum nach. Papa saß auf der Bettkante, der Tür zugewandt. Hoffentlich noch die ganze Nacht, dachte sie. Den Kopf hatte er auf die Hände gestützt. War er eingeschlafen?
Sie sah zu dem eingerahmten Foto auf dem Nachttisch. Er war darauf zu sehen, auf einer Wiese, vor zwölf Jahren, mit ihr als Baby auf dem Arm.
Vergeblich tastete sie nach dem Stoffmond, ihrem Tröster, und erspähte seine Umrisse unendlich weit entfernt auf dem Stuhl neben der Kommode.
Sie befühlte mit der Zunge die Kruste an der Unterlippe und widerstand dem Drang, sie aufzubeißen. Mit dem Deckenzipfel wischte sich Alena den Schweiß von der Stirn, dann stieg sie auf der anderen Seite aus dem Bett, so geräuschlos wie möglich und schlich am Fenster vorbei. Sie warf einen Blick auf die Tanne im Garten. Der Schnee glitzerte auf dem Wipfel.

Drei Schritte später klemmte sich Alena den Stoffmond unter den Arm. Sie schlich zurück, auf dem Dielenboden fiel ihr ein dunkler Fleck auf. Alena beugte sich vor und erkannte einen eingetrockneten Blutstropfen. Das musste vor wenigen Tagen passiert sein. Sie hatte unter dem Fenstersims gekauert, die Rippen des Heizkörpers im Rücken, den Tröster im Schoß, und sich die Lippe blutig gebissen.

Alena legte den Stoffmond neben das Kopfkissen. Noch einmal schlich sie durch das Zimmer zur Kommode und durchsuchte die Schubladen. Sie fand eine offene Packung Tempos neben einem gläsernen Reh und dem Foto vom Strandurlaub. Ihr älterer Bruder Milan war darauf zu sehen, und ihre Mutter. Er hatte seine Beine eingegraben, seine grüne Badehose lugte unter dem Sand hervor. Ihre Mutter saß im Bikini auf einem Badetuch, die Haut noch ohne Brandnarben.
Alena wollte das Foto zerknüllen, es in kleine Stücke reißen, zog die Hand aber wieder zurück. Sie sah über die Schulter zu Papa, drehte das Bild um und stellte das gläserne Reh darauf.
Dann rubbelte sie mit dem Taschentuch und ein bisschen Spucke die Stelle vor dem Fenster sauber und warf das schmutzige Tempo in den Papierkorb.

Vor dem Bett blieb sie stehen und griff sich den Stoffmond. Sie streichelte über den gelben Plüsch und ertastete die ausgefranste Stelle am Rand. Flaum schimmerte hindurch. Alena hatte Angst, dass ihn die nächste Wäsche zerfleddern könnte. Ihre Mutter zu bitten, die Wunde des Trösters zu nähen – das wagte sie nicht.
Sie schlüpfte unter die Decke, leise, nicht, dass Papa wach wurde, und hielt den Stoffmond gegen den Bauch gedrückt.

»Mama!« Die Stimme kam aus dem Flur, Milans Stimme. Er klang erschrocken.
Alena krallte die Finger in den Tröster. Bestimmt hatte ihr Bruder wieder einmal an der Tür gelauscht und war von der Mutter ertappt worden.
»Milan!«, hörte sie Mutter in der Schärfe sagen, die Alena so fürchtete. »Was machst du da?«
»Ich … ich wollte nur ins Bad und … und da hab ich sie gehört! Papa und …«
Alena kauerte sich zusammen und presste den Stoffmond zwischen die zitternden Knie. Sie stellte sich die beiden vor: Neben der Kommode mit dem Telefon zog Milan den Kopf ein, den Blick auf den eisernen Zeitungsständer am Boden fixiert, während Mutter die welligen Narben am Hals rieb und auf Antwort wartete.
Papa stand auf, die Matratze gab nach. Er streckte sich und gähnte. Bleib da, wollte Alena rufen. Bleib da!

Die Tür ging auf und eine Gestalt erschien im Türrahmen, ihre Mutter. Alena zerbiss die Kruste an der Unterlippe. Papa blieb neben dem Bett stehen, vom Flurlicht eingefangen und nestelte an seinem Hosenbund. Sein Hemd war zerknittert. Alena schlüpfte aus dem Bett und versteckte sich darunter.
»Was machst du hier?«, hörte sie die Mutter.
»Hedvika, ich …«
»Dieses Schwein!«, schnaufte Milan mit erstickter Stimme.
Auf Papas Pantolette schimmerte ein Fettfleck. Alena rutschte weiter nach vorn und hielt sich am Bettpfosten fest, während sie dem Geschehen zusah.
»Wie konntest du nur?«, wisperte Mutter. Ihre zitternde Hand hielt den Türgriff umkrallt. Sie hatte sich den blauen Morgenmantel nur umgelegt. Die Ärmel wippten. Vornübergebeugt stand sie da und blickte auf den Läufer vor Alenas Bett, mit der anderen Hand fingerte sie an ihrem Nachthemd. Papa ging auf sie zu und nahm ihre Hand von der Klinke. »Aber Hedvika, was hab ich …?«
»Geh weg von mir!« Sie riss sich los, wich zurück und sah ihn an wie einen Fremden. »Bleib mir bloß vom Leib!« Sie rieb ihren Hals und kratzte mit den Fingernägeln weiße Striemen auf das Narbengewebe.
»Hör auf damit! Du kratzt dich noch blutig.«
»Alles deine Schuld!« Sie drehte sich um und stürzte aus dem Zimmer. Der Morgenmantel rutschte ihr von den Schultern und blieb auf dem Gang liegen, während sie um die Ecke verschwand. Eine Tür knallte ins Schloss, ein Schlüssel wurde umgedreht, Alena hörte Mutter schluchzen. Papa ging ihr nach, und als er aus Alenas Blickfeld verschwunden war, sah sie Milan mit zornesrotem Gesicht vor der Kommode stehen. Sein Lieblings-T-Shirt, das schwarz-gelbe, hatte er verkehrt herum angezogen.
»Hedvika, mach auf. Bitte!« Papas Stimme. Ein Türklopfen.
»Hau ab! Ich will dich nicht mehr sehen«, schrie Mutter mit tränenerstickter Stimme.
»Hedvika …«
»Arschloch«, zischte Milan.
»Jetzt reicht’s aber!«
Alena sah ihren Papa auf Milan zustampfen, sah, wie er ihn an den Oberarmen packte. Sie rutschte unter dem Bett hervor zur Wand und blinzelte hinter dem Türrahmen in den Flur. Wie könnte sie die beiden trennen?
»Bürschchen …«
»Lass mich los!« Milan wand sich.
Papa rüttelte ihn. »Was fällt dir ein? Bist du verrückt geworden?«
»Lass Milan in Frieden!« Eine Tür wurde zugestoßen.
Alena duckte sich, als sie Mutter mit den verheulten Augen sah. Die Kratzspuren an ihrem Hals waren gerötet. Drei Schritte, dann verfing sich ihr Fuß im Morgenmantel und sie fiel auf die Knie.
Papa stieß einen spitzen Schrei aus. Milan hatte gegen sein Schienbein getreten und sich losgerissen. Papa boxte ihn gegen die Brust. Milan kippte hintenüber und ruderte mit den Armen. Er fasste nach der Kommodenkante und zog eine Zeitschrift mit hinunter, während sich der braune Läufer vor seinen Füßen wellte. Ein lautes Knacken brach durch das Geräusch der zu Boden flatternden Zeitschrift.

Alena sah den eisernen Zeitungsständer neben Milans Kopf. Der Bruder röchelte. Zwei Atemzüge, drei, dann erschlaffte Milan. Die Augen hatte er weit aufgerissenen, der Blick war leer.
»Um Gottes willen!«, rief ihre Mutter, mühte sich auf die Beine und kniete vor Milan nieder. »Karel! Was hast du getan?« Sie bettete Milans Kopf in ihren Schoß und strich ihm die Haare aus der Stirn. Die Röte wich mehr und mehr aus seinen Wangen.
Papa trat einen Schritt zurück, stieß gegen die Kommode und seine Finger tasteten fahrig umher.
»Wach auf«, flüsterte Mutter. »Wach auf«, flehte sie. Ihre Finger krampften sich in Milans Arme. »Wach auf, wach auf, wach auf!« Sie schaute auf. »Ruf einen Krankenwagen! Schnell!«
Papa fasste nach dem Hörer. Der rutschte von der Gabel und knallte auf den Boden.
Mutters Nachthemd färbte sich rot. Langsam hob sie die Hand und schrie, während Blut von ihren zitternden Fingern tropfte. Alena klammerte sich am Türrahmen fest, als Papa die Eingangstür aufriss. Er warf sie hinter sich ins Schloss. Alena wollte ihm nach, wollte nicht allein gelassen werden, mit ihrer Mutter und Milan. Sie hörte Papas Schritte im Treppenhaus, und eine Träne löste sich aus ihrem Augenwinkel.
»Karel! Komm zurück!«, rief Mutter hinterher.
Alena raffte sich auf, lief zum Fenster und spähte nach ihm.

Laternen beleuchteten die schneebedeckte Straße, über die sich eine Traktorspur zog. Das Mondlicht umriss die Häuser.
Der Schneemann im Garten hatte die Karottennase verloren. Davor lagen verschneit der Schlitten von Milan und ein roter Handschuh.
»Du sollst zurückkommen«, wimmerte Mutter, »zurückkommen … bitte …«
Alena sah ihren Papa und legte eine Hand auf die Scheibe. Sie fühlte die eisige Kälte, die ihm zu schaffen machen musste. »Komm zurück«, murmelte sie, und ihre Worte beschlugen das Glas. Er stolperte durch das Weiß, fiel auf die Knie, stemmte sich wieder hoch. Er schüttelte Schnee von den Händen, dann lief er in der Traktorspur, vorbei an den Nachbarhäusern. Er verließ die Straße und hastete einen Hügel hinauf, Alena konnte ihn bald nicht mehr sehen.

»Hallo? Pejsarova hier. Bitte! Kommen Sie schnell. Mein Sohn! Er blutet stark. Und verständigen Sie die Polizei.«

Als Alena hörte, wie der Hörer aufgelegt wurde, schlüpfte sie schnell unter das Bett. Die Mutter betrat das Zimmer und knipste das Licht an.
»Wo bist du?«, schrie sie. »Du Hure! Ich bring dich um!«
Alena kniff die Augen zusammen und versuchte fieberhaft, an das Märchen von der Sonnenprinzessin zu denken. Das tat sie immer, wenn die Angst unerträglich wurde. Sie presste die Hände auf die Ohren, während sie lautlose Worte murmelte.

Kapitel 1

Zehn Jahre später …

Alena saß vor einer leeren Teetasse am Küchentisch und blätterte in einer Zeitschrift. Sie sah zur Wanduhr mit dem Kartoffelgesicht auf. Es war später Nachmittag, und ihre Mitbewohnerin Magdalena war noch immer nicht da.
Hoffentlich war ihr nichts zugestoßen.
Alena überflog einige Buchrezensionen, horchte dann auf die obere Wohnung. Würde doch nur der Musikstudent mit dem Spiel beginnen, sein Instrument für sie zum Singen bringen. Irgendetwas Melancholisches. Sie stellte sich vor, er säße auf einem schlichten Stuhl, sein Cello zwischen den Knien, den Blick zum Fenster gewandt. Und wie er den Bogen nahm, über die vier Saiten strich, und mit der Musik von einem ängstlichen Mädchen erzählte, das sich aus dem eigenen Leben ausgeschlossen hatte.

Stille. Und Alenas Gedanken schweiften.
Magdalena kam mit dem Fahrrad ins Schlenkern, stürzte von der Bordsteinkante und einem Lastwagen vor die Motorhaube. Bremsen kreischten. Blut floss über den Asphalt.
Alena schüttelte sich das Bild aus den Gedanken.
Mach dich nicht verrückt! Ihr – ist – nichts – passiert!
Sie blätterte weiter in der Zeitschrift und blieb bei einem Bericht hängen. Es ging um einen Vater, dessen Kinder entführt worden waren. Monatelang keine Spur.
»… er stellte das eingerahmte Bild der Kinder zurück auf die Kommode, kramte eine Pistole aus der Schublade und steckte sich den Lauf in den Mund … Tage nach der Beerdigung fand man die Kinder … lebend!«, las Alena, und die Seite, die sie zum Umschlagen bereithielt, zitterte. Sie schob die Zeitschrift von sich.

Familientragödie! Nach dem tödlichen Sturz seines Sohnes flüchtete Karel P. aus dem Haus. Eine Fahndung wurde eingeleitet. Die Spur führte zum Fluss. Alles deutet darauf hin, dass Karel P. in die Apolena eingebrochen und ertrunken ist.
Papa ist nicht tot, nicht in meinem Herzen. Alena stand auf und fächerte sich Luft zu, bis die Erinnerungen an die Schlagzeilen verblassten. Ihre Großmutter und Magdalena waren die einzigen Menschen, denen Alena vertraute.
Sie nahm den Strauß Rosen vom Sims, öffnete das Fenster und hielt Ausschau nach der Freundin. In den gekippten Fenstern der umliegenden Häuser spiegelte sich die Aprilsonne, vom nahen Spielplatz war Kindergeschrei zu hören. Der Hausmeister kniete vor dem Treppenauf-gang zum Studentenwohnheim und kehrte mit einem Handbesen ein Häufchen Splitt auf die Kehrschaufel.

Da endlich bog Magdalena mit dem Fahrrad um die Ecke. Alena schloss für einen Moment die Augen und atmete auf. Magdalena sah aus, als würde sie den ersten regenfreien Tag seit einer Woche genießen. Die blonden Haare reichten bis zum Gepäckträger, auf den eine Tasche geklemmt war. Sie stellte das Fahrrad ab, begrüßte den Hausmeister und hob einen imaginären Hut.
Alena schloss das Fenster und stellte die Vase mit den Rosen zurück auf das Sims. Sie nahm die Zeitschrift vom Küchentisch und setzte sich.

Das Wohnungsschloss klackerte, dann raschelte im Flur eine Plastiktüte und ein Schlüsselbund klimperte.
»Wollten wir nicht in die Stadt?«, rief Alena ein wenig gereizt. »Oder hast du dir allein Schuhe gekauft?«
Einige Momente war nichts zu hören, und sie wusste, dass Magdalena den Mund zu einer Schnute zog. Das tat sie gern, wenn ihr etwas peinlich war oder Alena mit ihr schimpfen wollte, weil sie das Geschirr nicht gespült hatte oder im Flur ihre Sachen herumlagen.
Die Tür ging auf, und Magdalena stand im Rahmen, in der Hand eine Plastiktüte. Die Ecke eines Hardcoverbuches lugte durch eine aufgerissene Stelle. Magdalena zog die an der Stirn liegende Locke bis zur Nase. »Ähm, bin ich zu spät?«
»Ach, woher! Wenn wir uns beeilen, haben wir ganze drei Minuten, bevor sie zumachen.«
Magdalena sah zu der Wanduhr. »Kartoffelcharlie geht falsch.«
»Komm schon, ich hab mir Sorgen gemacht.«
»Tut mir leid, ich bin irgendwie in der Buchhandlung hängen geblieben.«
Sie blickte gespielt betreten zu Boden, und als Alena sah, wie Magdalena mit der Schuhspitze scharrte, waren Ärger und Sorge verflogen und sie musste lächeln.
»Was hast du dir Schönes gekauft?«
»Jakob Arjouni. ›Kismet‹.«
»Warte mal, hier steht was darüber.« Alena blätterte in der Zeitschrift, auf der Suche nach der Rezension.
»Ich mach uns derweil einen Tee.« Während Magdalena die Tüte ablegte und Wasser aufsetzte, wollte sie wissen, wo Alena die Nacht verbracht hatte. »Oder darf ich mir keine Sorgen machen?«
»Ich war bei Vlado.«
»Vlado?«
»Dem Kickboxer.«
»Ach, Mister Ich-finde-mich-Unwiderstehlich. Du hast aber nicht mit ihm rumgemacht?«
Alena sah über den Rand der Zeitschrift zu der Freundin. »Natürlich nicht. Ich hab ihn aufs Sofa verbannt.«
Magdalena nickte zu dem Strauß Rosen auf dem Fenstersims. »Und die sind auch von ihm?«
»Du kannst sie haben.« Alena strich die Seite mit dem Literaturteil glatt.
»Hey, steht da nicht zufällig drin, dass ein Märchenprinz unbedingt eine Magdalena kennenlernen möchte, die zweiundzwanzig ist, Lehramt studiert und einen vier Zentimeter breiten Mund hat?«
»Dein Mund ist vier Zentimeter breit?«
»Hab ich heute gemessen.«
»Warum gibst du nicht mal eine Anzeige auf? Wäre das keine Idee?« Lächelnd fügte Alena an: »Überschrift: Wer will junge Frau vorm Hungertod bewahren?«
»Was soll ich machen?«, murrte Magdalena und rieb sich über den flachen Bauch. »Ich esse und esse und werde nicht dicker.«
Sie bereitete Tee zu, stellte eine Keks-Waffel-Mischung auf den Tisch und setzte sich. »Bahnt sich zwischen dir und diesem Vlado etwas an?«
»Hier steht’s: Arjouni ist eine spannende Detektivgeschichte gelungen. Sein Stil ist packend, ›Kismet‹ hat das Zeug zum Bestseller.«
»Und Vlado?«, hakte Magdalena nach. »Hat er das Zeug, dein Herz zu erobern?«
Alena knusperte an einem Schokoröllchen. »Ich denke nicht.«
»Dich lässt er also kalt.«
»Vielleicht, weil er nur so ein Püppchen in mir sieht.«
»Deine Sorgen hätte ich gern«, murmelte Magdalena und wackelte mit der Tasse. »Sogar in dem Hagebuttentee ist mehr Bewegung als in meinem Leben.«
Sie verloren sich eine Weile in Gedanken, dann trank Alena den Tee aus und stand auf. »Komm! Gehen wir ein bisschen im Park spazieren.«
»Alena, ich bin gerade ziemlich lange geradelt. Mindestens acht Minuten. Strapaziöse, marathonmäßige acht Minuten. Ein Spaziergang würde mich jetzt definitiv überfordern.«
»Du faules Ding! Und dann beschwerst du dich, dass es deinem Leben an Bewegung fehlt.« Alena musste lachen, als Magdalena ihre Schnute zog.