Jogging-Borderline …

Bei über 30 C° zu joggen, ist für mich deshalb schwierig, weil ich dann nicht mehr mit dem Laufen aufhören kann. Wenn Schweißtropfen von der Stirn die Augen salzen und das beanspruchte Herz gegen die Rippen hämmert, wie ein Todgeweihter gegen Gitterstäbe, dann zertrete ich mit jedem Schritt dieses Verlangen, einfach aufzuhören. Denn wenn die Sonne vom Himmel brennt, und man sich in einem Glutofen wähnt, entfaltet sich meine ganze Liebe zum Joggen. Dann werde ich zum Tier. Instinktgetrieben. Dann spüre ich die Sehnsucht, mich zu zerstören.
Dann kribbelt Kühle meine Haut, weil ich mich in einer Schlacht befinde, die nicht zu gewinnen ist. Und ich mich freue, auf Narben, die mich daran erinnern, wie es ist, seine Grenzen zu fühlen.
Und wenn ich mich dann nach über einer Stunde geschlagen gebe und mich mit Wasser stärke, hoffe ich, dass es morgen wieder über 30 C° geben wird …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.